KLARTEXT-Serie · Tomas Kayser
Auswandern aus Deutschland — für wen es sich lohnt, für wen nicht, und wie Sie es sicher herausfinden
Kurz erklärt
Der Gedanke ans Auswandern ist selten ein Plan. Meist ist er ein Dauerzustand: Er meldet sich beim Steuerbescheid, beim Behördenbrief, im November – und wandert dann zurück in die Schublade, unentschieden, unerledigt. Dieses Buch behandelt genau diesen Zustand als das, was er ist: der teuerste Posten, der in keiner Steuererklärung auftaucht. Er kostet Jahre, in denen man weder richtig hier ist noch dort.
Der Autor ist selbst gegangen – und sagt gleich im Vorwort den Satz, den man in dieser Buchgattung selten liest: Es ist ihm gleichgültig, ob Sie auswandern. Kein Zielland wird verkauft, kein Beratungspaket, kein Weltbild. Genau deshalb kann das Buch beide Seiten mit derselben Härte vorrechnen: was Deutschland liefert und was das Bleiben kostet, den Exit-Zoll und die Einbahntür, Rente, Immobilie und die Familienposten ohne Preisschild. Parteipolitik kommt nicht vor – Zahlen stehen mit Fundstelle im Anhang, was sie bedeuten, entscheidest du.
Konkret bekommst du Werkzeug, kein Gefühl: die zwölf Fragen, an denen sich die Entscheidung tatsächlich entscheidet. Ein Protokoll, das aus „irgendwann mal" ein Datum mit Unterschrift macht. Die Stufenleiter, mit der du nicht alles auf eine Karte setzen musst. Und die Rechnung in beide Richtungen – Exit-Zoll, Rente, Immobilie, aber genauso die stillen Kosten des Bleibens, die selten jemand addiert. Geschrieben von einem, der den Weg komplett gegangen ist: Abmeldung, Papierkrieg, Steuerfragen, gekündigte Konten, das erste Jahr, das zweite – im Sommer Georgien, im Winter Thailand. Du kaufst hier keine Meinung, sondern einen Vorsprung an Fehlern, die du nicht mehr selbst machen musst.
Am Ende steht ein Verfahren mit drei zulässigen Ausgängen: gehen, mit Plan. Bleiben, mit Gründen – und die Akte ist zu. Oder vertagen, auf einen festen Stichtag mit festem Test. Alle drei sind Erfolge; nur das ewige Grübeln ist keiner. Durch das Buch begleitest du drei Menschen – Robert, die Familie Brandt und Dr. Markmann –, deren Ausgang bis zum Schluss offen bleibt. So wie deiner.
Inhalt
Warum der unentschiedene Zustand teurer ist als jede Steuer – und wie dieses Buch ihn beendet.
„Leute wie wir machen so etwas nicht" und „Du verrätst etwas" – woher beide kommen und was von ihnen bleibt.
Weg von oder hin zu – drei Listen, drei Überraschungen, und das eine Motiv, das im Prospekt fehlt.
Was Deutschland liefert und was das Bleiben kostet – mit derselben Härte gerechnet.
Wegzugsbesteuerung, gekündigte Konten, Rückkehr-Realität: was der Schritt kostet und was er verschließt.
Die drei schweren Posten – zwei mit Zahlen, einer ohne Preisschild.
Das Einkommen reisefähig machen, Länder nach Kriterien statt Prospekten sortieren, in Stufen gehen statt in einem Sprung.
Ein Verfahren mit Datum und Unterschrift – und ein Plan für die ersten zwölf Monate danach.
Zielgruppe
Dieses Buch ist für dich wenn ...
Dieses Buch ist nicht für dich wenn ...
Leseprobe
Ich bin gegangen.
Das sage ich Ihnen gleich am Anfang, damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben — und damit Sie mich richtig einordnen können. Ich lebe seit Jahren im Ausland, im Sommer in Georgien, im Winter in Thailand. Ich habe den Weg gemacht, über den dieses Buch spricht: die Abmeldung, den Papierkrieg, die Steuerfragen, die gekündigten Konten, die Anrufe der Familie, das erste Jahr, das zweite. Ich weiß, was funktioniert, was Geld kostet und was nur in YouTube-Videos funktioniert.
Und jetzt der Satz, den Sie in dieser Buchgattung selten lesen werden: Es ist mir gleichgültig, ob Sie auswandern.
Das ist nicht unfreundlich gemeint. Es ist die Voraussetzung dafür, dass dieses Buch Ihnen nützt. Fast alles, was Sie zu diesem Thema finden, will Ihnen etwas verkaufen: ein Zielland, ein Beratungspaket, ein Weltbild, einen Kanal, den Sie abonnieren sollen. Der eine braucht Ihre Empörung, der andere Ihre Aufbruchseuphorie, der dritte Ihren Beratungsvertrag. Ich brauche nichts davon. Ich verkaufe Ihnen dieses Buch, und damit ist unser Geschäft abgeschlossen. Ob Sie am Ende gehen oder bleiben, ändert an meinem Leben nichts — es ändert nur an Ihrem.
Genau deshalb kann ich mir leisten, was die anderen sich nicht leisten können: Ihnen beide Seiten mit derselben Härte vorzurechnen.
Eines allerdings ist mir nicht gleichgültig, und deshalb gibt es dieses Buch. Mir ist nicht gleichgültig, ob Sie entscheiden. Ich habe in den letzten Jahren viele Menschen kennengelernt, die diesen Gedanken mit sich herumtragen — manche seit fünf Jahren, manche seit fünfzehn. Er meldet sich beim Steuerbescheid, beim Behördenbrief, bei den Nachrichten, im November. Dann kommt der Alltag, und der Gedanke wandert zurück in die Schublade, unentschieden, unerledigt, und frisst dort leise weiter Energie. Dieser Zustand ist teurer als jede Steuer. Er kostet Sie etwas, das nicht nachwächst: Jahre, in denen Sie weder richtig hier sind noch dort.
Dieses Buch beendet diesen Zustand. Nicht, indem es Ihnen die Antwort gibt — die kenne ich nicht, denn ich kenne Ihr Leben nicht. Sondern indem es Ihnen ein Verfahren gibt, an dessen Ende Ihre Antwort steht, mit Datum und Unterschrift. Es gibt drei zulässige Ausgänge: Sie gehen, mit Plan. Sie bleiben, mit Gründen — und die Akte ist zu. Oder Sie vertagen auf einen festen Stichtag, mit einem festen Test. Alle drei sind Erfolge. Nur das ewige Grübeln ist keiner.
Vielleicht wundern Sie sich, dass derselbe Autor, der in einem anderen Band dieser Reihe Menschen ermutigt, sich in Deutschland etwas aufzubauen, hier über das Weggehen schreibt. Das ist kein Widerspruch, das ist dieselbe Frage in zwei Richtungen: Ist der Ort und der Zustand, in dem Sie gerade stecken, der richtige für das, was Sie vorhaben? Für den einen ist die Antwort eine Gewerbeanmeldung in Gelsenkirchen. Für den anderen ein Flug. Für die meisten, das darf ich vorwegnehmen, ist sie komplizierter als beides.
Robert ist 41, Webdesigner, ledig, und er kann von überall arbeiten. Das weiß er, seine Kunden wissen es, sein Steuerberater weiß es am besten. An einem Donnerstag im Februar liegt der Einkommensteuerbescheid im Briefkasten, und Robert macht, was er jedes Jahr macht: Er rechnet nach, wie viele Monate des Jahres er für Abgaben gearbeitet hat. Er kommt auf einen Wert knapp über sechs. Dann öffnet er, was er ebenfalls jedes Jahr macht, ein Vergleichsportal für Lebenshaltungskosten in Südostasien, scrollt zwanzig Minuten, schließt den Rechner und geht schlafen. Am nächsten Morgen ist der Gedanke wieder in der Schublade. Dort liegt er jetzt seit sieben Jahren. Robert nennt das „die Option offenhalten“. Sein bester Freund nennt es anders, aber dazu kommen wir noch.
Zur gleichen Zeit, vierhundert Kilometer weiter südlich, sitzen Katrin und Jan Brandt auf zu kleinen Stühlen in einem Klassenzimmer und hören einer Schulleiterin zu, die das Wort „Unterrichtsversorgung“ so ausspricht, wie andere Leute „Wasserschaden“ sagen. Jan ist Ingenieur, angestellt, gut bezahlt und ortsgebunden. Katrin ist Physiotherapeutin mit voller Praxis und einer Warteliste bis Oktober. Auf der Heimfahrt sagt Jan einen Satz, den er seit Monaten mit sich herumträgt: „Meine Firma macht jetzt Remote-Verträge. Richtig remote. Auch Ausland.“ Katrin sagt eine Weile nichts. Dann sagt sie: „Und meine Patienten nehme ich im Handgepäck mit, oder wie stellst du dir das vor?“ Die restlichen zwanzig Minuten läuft das Radio. Es ist nicht ihr erster Abend dieser Art, und es wird nicht ihr letzter sein.
Und noch einmal am selben Tag, in einer mittelgroßen Stadt im Westen, sitzt Dr. Markmann, 58, nach Feierabend in seiner Praxis und liest zum dritten Mal die E-Mail einer Kette, die ihm die Praxis abkaufen will. Die Zahl ist gut. Die Zahl ist, ehrlich gesagt, besser als erwartet. Dr. Markmann hat vor vielen Jahren einmal drei Monate in Südafrika gearbeitet und davon vierzig Jahre gezehrt. Seine Frau und er haben einen Ordner, der „Später“ heißt — Zeitungsausschnitte, ein Immobilienexposé von der Algarve, eine Serviette mit einer Rechnung drauf. Der Ordner ist dick geworden. Dr. Markmann ist es auch, sagt seine Frau, aber das ist ein anderes Thema. Zwischen ihm und dem Ordner stehen drei Dinge: die Praxis, das Haus — und seine Mutter, 84, zwei Straßen weiter, die seit dem Frühjahr Hilfe beim Einkaufen braucht und demnächst mehr brauchen wird.
Drei Haushalte, drei Auslöser, ein Zustand. Wenn Sie dieses Buch in der Hand halten, kennen Sie ihn.
Originaltext aus dem Manuskript. Der Band spricht seine Leser in der Sie-Form an.
Häufige Fragen
Weder noch – und zwar aus Prinzip. Es gibt drei zulässige Ausgänge: gehen mit Plan, bleiben mit Gründen, oder vertagen auf einen festen Stichtag. Alle drei zählen als Erfolg. Das Buch liefert das Verfahren; die Antwort ist deine.
Nein. Parteipolitik kommt nicht vor, kein Lager kommt gut oder schlecht weg. Gesetze, Zahlen und Daten stehen mit Fundstelle in den Anhängen – was sie bedeuten, entscheidet der Leser.
Alles mit Verfallsdatum – Beitragssätze, Freibeträge, Gesetzesstände – steht in den Anhängen mit Stand-Datum. Der Haupttext erklärt die Mechanik dahinter, und Mechanik veraltet nicht.
Drei Menschen, die durch das ganze Buch begleitet werden – zusammengesetzt aus vielen echten Fällen, anonymisiert und typisiert. Wie es mit ihnen ausgeht, bleibt bis zum Schluss offen. Auch das gehört zum Verfahren.
Leserstimmen
Die ersten Rezensionen erscheinen hier, sobald sie auf Amazon eingehen.
Hast du das Buch gelesen? Hinterlasse eine Rezension auf Amazon.
Deine Meinung zählt – und hilft anderen Lesern bei ihrer Entscheidung.
Jede Rezension auf Amazon hilft der KLARTEXT-Serie sichtbarer zu werden.
Über den Autor
Tomas Kayser ist Autor der KLARTEXT-Serie und der NEUSTART-Serie. Als Diplom-Ingenieur für Architektur und Unternehmer mit über 30 Jahren Selbstständigkeit schreibt er über das, was er selbst durchlebt hat.
Seit 2022 arbeitet er ortsunabhängig aus Tiflis, Georgien. Die KLARTEXT-Serie widmet sich den großen Entscheidungen zu Beruf, Geld und Zukunft – direkt, konkret und ohne Beschönigung.
Ehrlichkeit ist das Einzige, was zwischen Autor und Leser funktioniert. Alles andere ist Verkaufsprosa.
Tomas Kayser, Autor der KLARTEXT-Serie